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Vila São José befindet sich in der südlichen
Peripherie São Paulos mit einer Einwohnerzahl von ca. 40.000 Menschen. Ein
Grossteil der Einwohner lebt mit weniger als der Hälfte des
Mindestgehaldes, der Ort besteht überwiegend aus Favela, einer dicht
besiedelten Bevölkerung, die ohne Grünflächen und Plätze zum Erholen
leben muss und ihre Häuser unregelmässig in die letzten noch freien
Bauplätze stellt.
In
den letzten 25 Jahren wurden ca. 311.000 Fälle von Aids in Brasilien
registriert, davon betroffen sind ca. 3,5% der Kinder im Alter bis zu 12
Jahren, 2,2% der jugendlichen Heranwachsenden zwischen 13 und 19 Jahren,
10,5% der Jugendliche im Alter von 20 und 24 Jahren und ca. 20% der
jungen Erwachsenen im alter von 25 bis 29 Jahren.
Allein im Staate São Paulo leben 141.000 der HIV Infizierten. In Vila São
José ist die Situation allarmierend, jeder siebte Jugendliche hat
mindestens ein Kind und ungefähr 30% der Befragten wusste nicht einmal
was sexuell übertragbare Krankheiten sind.
Nach
langen, sorgfälltigen Vorbereitungen und Planungen ist es uns
schliesslich gelungen in dieser Richtung aktiv zu werden.
Seit einigen Wochen gibt die neue Mitarbeiterin Angela Maria
sexuelle Erziehung in der Reconciliação. Dieses Projekt bezieht sich
nicht nur auf die Jugendlichen, es erstreckt sich auf die ganze
Gemeinschaft, von den Eltern der Kinder bis hin zu den Mitarbeitern.
Die Jüngsten
Teilnehmer des Kurses sind die Kinder im Alter zwischen 7 und 9 Jahren,
ihnen soll einmal monatlich schon eine sexuelle Orientierung mit auf den
Weg gegeben werden.
Die anfälligen Jugendlichen lernen die Folgen einer frühen
Schwangerschaft und vorallem die Gefahren sexuell übertragbarer
Krankeiten (SÜK)/AIDS kennen. Sie nehmen auch zweimal in der Woche an
den Aufklärungsstunden Teil, später sollen sie als Multiplikatoren in
der Gemeinschaft dienen, d.h. ihren Freunden und ihrer Familie die
erworbenen Kenntnisse vermitteln und somit zu einer Verminderung der
Geschlechtskrankeiten beitragen.
Wir wollen den Teilnehmenden Informationen über Sexualität vermitteln,
weitergeben, wie man gesunde Nachkömmlinge zeugt, zwischenmenschliche
Beziehungen fördern, helfen, ein körperliches Bild zu bekommen, ein
Selbstwertschätzungsgefühl vermitteln und über die Beziehungen
zwischen Frau und Mann sprechen.
Ein weiteres Ziel ist es, die Weitergabe der Kenntnisse der Empfängnisverhütung
von Erwachsenen an die Jugendlichen anzuregen und zu einem festen
Element in der Gemeinschaft zu machen.
Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die Informierung über SÜK/AIDS,
ungeplante Schwangerschaften unter Jugendlichen und die Verbindung zum
Gebrauch und Missbrauch von Drogen.
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