Die "Reconciliação" ist eine Oase in der tristen Stadtwüste am Rand der Metropole São Paulo. Die gemeinnützige Institution hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen der Armutsviertel (Favelas) zu helfen. Ihr Ziel ist es, die unterprivilegierte Bevölkerung, vor allem Kinder und Jugendliche, zu betreuen und ihnen einen würdigen Raum der Begegnung und des Zusammenlebens zu geben. Mit einem breit gefächerten Bildungs- und Kulturangebot für alle Altersklassen sowie medizinischer, zahnärztlicher, psychologischer und seelsorgerlicher Bereuung versucht die "Reconciliação" ihnen eine Grundlage für eine bessere Zukunft zu bieten. 

Die Umgebung - Vila São José

Das "Programa Comunitário da Reconciliação" (Programm der gemeinschaftlichen Versöhnung) liegt in Vila São José, einem Viertel in der südlichen Peripherie von São Paulo. Ganz in der Nähe der berühmten Formel-1-Strecke von Interlagos, von wo aus die Fernsehkameras jedes Jahr den glamourösen Wettkampf um den "Großen Preis von Brasilien" in alle Welt übertragen. Für den alltäglichen Kampf ums Überleben in der Nachbarschaft interessiert sich hingegen kaum jemand. Die dominierende Farbe in den Favelas von Vila São José ist das blasse Orange-Rot roher Ziegelsteine. Verputz und einen Anstrich für ihre einfachen Häuser können sich nur wenige Bewohner leisten. Die Lebensverhältnisse sind meist sehr beengt, die sanitären und hygienischen Bedingungen unzureichend. Die Arbeitslosigkeit im Viertel ist sehr hoch, die Löhne sind niedrig. Gewalt und Kriminalität, vor allem in Verbindung mit Drogenhandel, gehören zum Alltag. Besonders leiden unter diesen schwierigen Bedingungen die Kinder und Jugendlichen von Vila São José. Viele Familien sind zerrüttet, viele alleinerziehende Mütter mit Beruf und Kindern überfordert. Aus Mangel an Freizeitbeschäftigung verbringen die Kinder und Jugendlichen viel Zeit auf der Straße, mit all ihren Verlockungen und Gefahren.

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Die Anfänge

In diese harte Realität am Rande der Großstadt wagte sich im Jahre 1986 ein Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirche von São Paulo. In ökumenischer Zusammenarbeit mit Frauen der lutherischen und der katholischen Gemeinde kümmerte er sich um Kinder und Jugendliche, die in den Straßen und auf dem Markt von Vila São José um Kleingeld und Essen bettelten. Auf einem Grundstück der lutherischen Kirche nahm sich die Gruppe den Problemen der Kinder an, schenkte Tee und Suppe aus. Im Laufe der Jahre wurde diese Arbeit immer weiter strukturiert, zum Jugendbereich ausgebaut. Es kam die "Kinderecke" hinzu, in der Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren ganztägig betreut werden. Auch die Arbeit mit den Familien und Erwachsenen des Viertels wurde erweitert und ist heute im "Gemeinschaftseck" fester Bestandteil der Reconciliação. Auch nach diesem großen Wachstum ist es dem Programm grundlegend wichtig, mit den Menschen vor Ort verwurzelt zu sein, gemeinsam mit ihnen voranzukommen. Die Erzieher und Mitarbeiter sind größtenteils Menschen aus der näheren Umgebung, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten durch Kurse und teilweise auch auf Hochschulen erweitern.

Die Reconciliação heute

Heute unterstützt die Reconciliação in ihren drei Einheiten über 500 Kinder und Jugendliche und ebensoviele 500 Erwachsene aus der Gemeinde von Vila São José. Genauere Informationen und Fotos der einzelnen Arbeitsbereiche gibt es unter dem Punkt "Unsere Arbeit". 
Die Reconciliação arbeitet eng mit der Stadt São Paulo und Organisationen wie der Kindernothilfe und der "Stiftung Heydenreich" zusammen. 2003 wurde das Programm mit dem Preis "Bem Eficiente" als hocheffektive Einrichtung ausgezeichnet und von der UNICEF in eine Liste der besten gemeinnützigen Institutionen in Brasilien aufgenommen.

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